Ein Territorium entsteht - die Vereinigten Herzogtümer Jülich-Kleve-Berg
Guido von Büren
Mittwoch, 18. März 2026 19:00 Uhr VHS Wesel, Raum 300, 3. Etage, Ritterstraße 12-14, 46483 Wesel Eintritt frei
Bildnachweis: Museum Zitadelle Jülich
Im Jahr 1521 wurden unter Herzog Johann III. aus dem Hause Mark die Territorien Jülich Berg-Ravensberg und Kleve-Mark-Ravenstein vereint. Damit war im Nordwesten des
Heiligen Römischen Reiches eine bedeutende Machtakkumulation entstanden.
Diese wurde noch größer, als Johanns Sohn, Wilhelm V., 1538 das Erbe im Herzogtum Geldern und in
der Grafschaft Zutphen antrat. Für kurze Zeit schien eine Großmachtbildung am Niederrhein
möglich, die jedoch durch das energische Eingreifen Kaiser Karls V. vereitelt wurde. Erlebte
der Niederrhein in der Mitte des 16. Jahrhunderts unter Herzog Wilhelm V. zuerst eine
Blütezeit, geriet der Territorienkomplex nach 1566 immer mehr in den Sog der Wirren in den
benachbarten Niederlanden. Die Ehen des Nachfolgers, Herzog Johann Wilhelm I., blieben
kinderlos, sodass das „Land im Mittelpunkt der Mächte“ nach 1609 wieder zerfiel. Der
Vortrag wird nicht nur die politische Geschichte nachzeichnen, sondern auch den Blick auf
konfessionelle, kulturelle und alltagsgeschichtliche Aspekte der Zeit lenken.